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Sommersemester 2013 | Architektur der Ostküste der USA

Architektur der Ostküste
Gebäudelehre Seminar Sommersemester 2013


Aufgabenstellung

Amerikanische Architektur und deren Entwicklung ist ungewöhnlich komplex, sowohl im Hinblick auf die unterschiedlichen Traditionen, die ihren Einfluss hatten, als auch in der Verschiedenheit der Baustile.

Im 18. Jahrhundert entwickelten sich verschiedene Stile, die beeinflusst waren von den Traditionen der Einwanderer und den regionalen Gegebenheiten. Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte sich der Romantische Geist in der Wiederaufnahme verschiedener Baustile, wie zum Beispiel dem Neo-Griechischen Stil mit symmetrischen Säulen und der Neo-Gotik. Das 19. Jahrhundert erlebte eine außergewöhnliche Urbanisierungsrate. Trotz nicht vorhandener öffentlichen Bauvorschriften entwickelten sich deutlich abgrenzbare Stadtviertel mit Reihenhäusern, Mehrfamilienhäusern und Mietwohnungen. Das Aussehen der Geschäftsviertel änderte sich aufgrund einer neuen architektonischen Erfindung: dem Wolkenkratzer (skyscraper).

Die von Philip Johnson und Henry-Russell Hitchcock initialisierte Ausstellung „The International Style, architecture since 1922“, die im Jahre 1932 im Museum of Modern Art in New York stattfand und deren gleichnamige Publikation machte die europäische Moderne und deren Grundprinzipien in Amerika bekannt. Ein allgemeines Interesse am „Neuen Bauen“ wurde geweckt und amerikanische Universitäten versuchten sich zunehmend dieser Entwicklung anzuschließen. Außerdem waren diese bemüht die europäischen Architekten für Lehrtätigkeiten zu gewinnen. Diese europäischen Architekten, die in den 1930er Jahren vor dem zweiten Weltkrieg in die USA immigrierten, beeinflussten die weitere Entwicklung der Architektursprache in den USA durch ihren funktionalen Ansatz, der als frei von den Tradition eines bestimmten Ortes galt. Zahlreiche Vertreter des „Neuen Bauens“, wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe (beide ehemalige Direktoren des Bauhauses) und Marcel Breuer realisierten an der Ostküste Gebäude und wurden Professoren an verschiedenen Architekturschulen.

Im Focus des Seminars soll die Ostküste der USA stehen. Wie in keiner anderen Region der USA wurde hier die Entwicklung der Moderne in besonderer Weise gefördert und sowohl im Städtebau als auch in der Architektur umgesetzt. Außerdem hat die Lehre der zahlreichen Architekturschulen an der Ostküste und deren Ausbildung der amerikanischen Architekten einen hohen Stellenwert. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage, welchen Einfluss die europäischen Architekten und der „internationale Stil“ auf die Entwicklung der Architektur der Ostküste hatten? Außerdem soll untersucht werden welche Rolle die immigrierten Architekten des „Neuen Bauens“ spielten und wie sie sich deren Lehre auf die nachfolgenden Architektengenerationen auswirkte?

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