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Ausstellung und Book Release
am 08.11.2016 im Laveshaus
Der Meister des Unprätentiösen

Am Institut für Entwerfen und Gebäudelehre der Leibniz Universität Hannover haben Studierende der Architektur unter der Leitung von Prof. Zvonko Turkali und Dr. Jens Broszeit das Werk des Architekten Ernst Zinsser räumlich-architektonisch analysiert und Modelle seiner Bauten erstellt. Aus dem großen Werk Zinssers wurden 16 Bauten ausgewählt und sowohl in ihrer Gesamtheit als auch exemplarisch in Ausschnitten in den Maßstäben M 1:100 bis M 1:20 dargestellt.

Vor dem eigentlichen Modellbau mussten die Studierenden viele Stunden in Bibliotheken und Archiven mit Recherchearbeit verbringen, in Planungsämtern nach verschollen geglaubten Zeichnungen suchen und zum Teil vergilbtes Planmaterial aufarbeiten. Ein Katalog, der anlässlich der Ausstellung der Arbeiten in den Räumen der Architektenkammer Niedersachsen erscheint, würdigt das Werk des großen hannoverschen Architekten und ergänzt mit Fotoaufnahmen die Präsentation der Modelle. Es handelt sich dabei um die erste Modellausstellung über einen hannoverschen Architekten überhaupt.

Zinsser war ein Meister des Unprätentiösen oder wie Dr. Sid Auffarth schreibt, er betrieb die „Sensation des Selbstverständlichen, Unaufgeregten“.

Ein Charakteristikum seiner Architektur war die betonte Flächigkeit der Fassaden, die eine bewusste Abkehr von der stark konturierten Architektur des 19. Jahrhunderts darstellt. In der Detaillierung mit flächenbündigen Fenstern und den verwendeten Materialien, wie zum Beispiel dem Ziegelstein, spiegelt sich der Einfluss der skandinavischen Moderne auf die Architektur Zinssers wider, wie Dr. Ralph Haas in seiner Dissertation über das Lebenswerk Ernst Zinssers bemerkt. Flexibel sollten die neuen Baukörper sein, um bei Umnutzungen oder sonstigen Veränderungen weiterhin zu funktionieren. Darüber hinaus galt es über die Veränderbarkeit der Bauelemente eine höchstmögliche Variabilität sicher zu stellen.

Ernst Zinsser war ein Architekt der leisen Töne. Die große formale Geste war nicht sein Metier. Architektonische Akzente setzte er nur dort, wo es ihm wichtig erschien, wie zum Beispiel bei den weit ausladenden geschwungenen Vordächern der Eingangsbereiche oder den lichtdurchfluteten Foyers. Selbst beim Entwurf zum Hochhaus der Hauptverwaltung der Continental AG am Königsworther Platz, dem damals höchsten Gebäude Deutschlands, gelang es ihm durch dessen Positionierung im Hintergrund des Ensembles, eine angenehme Zurückhaltung zu wahren und den Wettbewerb für sich zu entscheiden.

Und nicht zuletzt war Ernst Zinsser Vorbild und Hochschullehrer. Er prägte als Professor am Lehrstuhl für Entwerfen und Gebäudelehre an der Technischen Hochschule Hannover, der heutigen Leibniz Universität, eine ganze Generation von jungen angehenden Architekten.

 

Zur Eröffnung der Ausstellung 08. November 2016 um 18.00 Uhr in der Architektenkammer Niedersachsen, Am Friedrichswall 5 werden Prof. Zvonko Turkali und der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen Wolfgang Schneider einleiten. Nach einem Vortrag von Sid Auffarth wird die Vorstellung der Publikation stattfinden in Verbindung mit einem Rundgang durch die Ausstellung.

 

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 08.11.2016, 18.00 Uhr

Architektenkammer Niedersachsen

Am Friedrichswall 5 „Laveshaus“

Ausstellungszeitraum vom 09.11.16 bis 12.12.2016

 

Ausstellungskatalog

Der Architekt Ernst Zinsser – Modelle seiner Bauten in Hannover

Hrsg.: Zvonko Turkali, Jens Broszeit, Arlette Feltz-Süßenbach, Henrik Weber

96 Seiten, Leinen gebunden

Jovis Verlag ISBN 978-3-86859-453-9

Euro 28,-

zur Publikation